Ange“tastet“…. Unser Sherry Social Tasting Warm-Up

by in Kürzlich verkostet
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Mit ein paar Kollegen haben wir uns vor intensiveren Kombinationen zunächst den sechs Varianten des Sherry-Pakets mit einigen Basic Tapas gewidmet und unsere bisherigen Sherry-Kenntnisse ausgetauscht.  Hierbei wurde schnell klar wie wenig bekannt Sherry ist, und wie groß gleichzeitig die Neugier bei so vielen verschiedenen Varianten dieses extravaganten Weines.

Da wir nicht einmal soviel Leute wie Flaschen hatten, wollten wir erst einmal drei oder vier Sorten verkosten, aber am Ende fanden wir es fast schade, dass Vertreter wie Amontillado oder Palo Cortado fehlten. Das werden wir bei einem der folgenden Tastings ändern…  und so kamen schließlich alle Sherries zu ihrem Recht!

Unserer kleinen Runde war Sherry aus eigener Erfahrung betrachtet überwiegend als trockener Aperitif bekannt, somit passte der Einstieg mit Fino und Manzanilla zu Käse, Oliven und Salznüssen. Der sehr trockene leicht bittere Tip Pepe ist sicher eine gute Referenz, die mit mehr Säure und daher einer, leicht salzigen Frische ausgestattete Manzanilla war denn nach einhelligem Geschmack aber noch mehr „entusiastico“. Ergo - Name passt! 

Spätestens beim folgenden Oloroso wurde uns klar, das auch Preis und Qualität, wie bei jedem Wein, innerhalb einer Sorte erhebliche Überraschungen zutage fördern. Das ist auch nicht zuletzt deshalb wichtig, da Oloroso-Fässer die klassischen Sherry-Casks zur Reifung von Single Malt Whisky darstellen und somit die oft schwankenden Qualitäten der Sherry-gereiften Malts eine Folge der Oloroso-Qualitäten sind. Dazu bei einem kommenden Post mehr :-)

Barbadillo ist an sich eine sehr gute Marke, und ich schätze vor allem deren leichten Weissweine (ebenfalls aus Palomino) , die man im heissen Andalusien gern auch draussen zur Erfrischung trinken kann.  Der Oloroso aus dem Paket verwirrt jedoch – einhellig war unser Eindruck stattdessen einen Amontillado vor uns zu haben. Wenig Aromen von Nüssen, auch unser Walnuss-Brot half da nicht sondern verstärkte nur die starke Assoziation an Soya die sich direkt beim ersten Verkosten allen aufdrängte - und blieb. Nicht dass wir dadurch einen schlechten Sherry ausmachten, aber ein klassischer Oloroso?  Da werd ich nochmal ein Vergleichs-Exemplar anderer Liga besorgen (Fortsetzung folgt…)

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Die zweite Hälfte des Tastings war angesichts von Medium Dry, Cream und PX  keine trockene Angelegenheit. Also hinfort mit den Oliven und dem Salzgebäck. Da wir mit der kompletten Verkostung nicht geplant hatten, mussten wir mit etwas Blue Cheese und getrockneten Früchten auskommen und machten aus der Not eine Tugend in einer Vergleichsverkostung der Süße dieser drei Vertreter. Sehr gefiel uns die Balance und Allround-Fähigkeit der Medium Dry, gegen den der Klassiker - Harvey’s Bristol Cream - doch etwas dünn ausfiel. Kommentar „Der tut keinem was“. Aber vielleicht hatten wir nicht die richtigen Begleiter dabei.

Als Krönung dann PX: Dass dieser „Fortfied Wine“ aus eigener Rebsorte entsteht, macht jedoch nicht den Standort auf einem völlig anderen Sherry-Planeten aus verglichen mit den trockenen Flor-Sherries. Sonnentrocknung und Oxidation bis zum Abwinken erzeugen eine Aromenvielfalt im Glas, die einen vor lauter Schnüffeln fast das Trinken vergessen lassen. Und spätestens hier konnten wir verschmerzen, dass wir die hochprozentige Schokolade vergessen hatten: Mit an die 50% Zuckeranteil (500g/l) Ist dieser Wein locker selbst ein Dessert!  Ist nicht umsonst als „Very Sweet“ gelabelt. Ein mächtiger Sud an Rosinen, Braunem Zucker, Karamell, oben drüber anfangs ein Hauch Minze und dabei viel Kakao und andere Aromen in ständigem Wechsel. A wee bit too sweet for you?  Keine Sorge, dieser Sherry wird - wie übrigens alle Sherrys - nicht zum Durstlöscher getrunken. Bei 17% auch nicht sehr weise.

Fazit: Ein toller Auftakt, der neugierig macht auf mehr Variation - mit Speisen, mit anderen Vertretern aus älteren Solares, und anderen Marken. Die Premiere fanden wir in jedem Fall nicht nur gelungen, sondern auch sehr unterhaltsam und lecker. Und darauf kommt es ja auch an, oder ?



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Guest Monday, 23 April 2018