Klassifizierung bester Qualitäten - Das Zwiebel-Prinzip setzt sich langsam durch

by in News aus Food & Wine
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Outdoor-Erfahrene kennen es vom Prinzip der wärmenden Kleidung: Viele dünne Schichten unterschiedlicher Arten wärmen besser als wenige dicke Lagen. Vereinfacht kann man sagen, dass sich dieses Prinzip enger definierter Lagen auch in der  Wein-Gesetzgebung deutscher Regionen langsam durchzusetzen scheint. Es ist aber noch ein Weg zu gehen...

Gerade erst begrüßte der Verband der Prädikatsweingüter, der seit langem auf die Qualitätspyramide von weiten bis zu eng gefassten Top-Lagen baut, den Schritt des Landes Rheinland-Pfalz - in dem fast die Hälfte der deutschen Anbaugebiete liegt - für Weine aus Einzellagen ein höheres Mostgewicht vorzuschreiben, bei Weinen aus Terrassenlagen zusätzlich noch die Rebsorten auf Riesling und Burgunder einzuschränken sowie die Eintragung von Katasterlagen zu ermöglichen.

Keine Angst, ich mach jetzt kein Fass auf und schöpfe von EU-Verordnungen über das WeinGesetz bis zu den Länderverordnungen alles ab. Die Kennzeichnung der Weine und Ihrer Qualitäten sind kompliziert genug. Weingesetz und viele Verordnungen sind weiterhin schwer verdaulich. Und wie auch International, so wird es oft erst bei den Gesetzen der Regionen und Appellationen interessant, da hier die eigentlichen Standard gesetzt werden, einmal abgesehen von den Verbands-Klassifikationen wie des VDP.

Wenn wir also, vereinfacht, von den gesetzmäßigen Qualitäten ausgehen, die von einfachem "Wein" (landläufig auch "Tafelwein") über Landweinen bis zu den Qualitätsweine bis zu Prädikatsweinen gehen, so kennen wir die Bezeichnung "QbA" für den Qualitätswein bestimmter Anbaugebiete (eines der 13 Gebiete für mindestens Qualitätsweine gemäß Weingesetz) auf dem Etikett. Weine aus anderen Gebieten wie z.B. Schleswig Holstein (jawohl, wieder eines meiner lokalpatriotischen Steckenpferde…) werden demnach bei Einhaltung der Normen als Landwein einzelner Bundesländer klassifiziert.

Nun vom Groben zum Feinen (bzw. von der Zwiebel zur Pyramide) : Die wirklichen Qualitäten fangen, so das Verständnis nicht nur des VDP, bei den enger definierten Lagen an, das machen schließen auch andere Länder und Regionen nicht von ungefähr so. Die Klassifizierung geht hier vom Gutswein (Wein eines Gutes aus eigenen Lagen innerhalb einer Weinregion) über Ortslagen bis hin zu den am stärksten reglementierten Einzellagen.

Gerade hier gibt es jedoch noch Klärungsbedarf: Klingende Lagennamen, die oft eine Einzellage vermuten lassen, sind zuweilen sog. Großlagen, deren Qualitäten ist weit weniger homogen und ideal sind, was vor allem Topografie, Mikroklima  und  Böden betrifft. Die Registrierung von Lagen als Einzellage scheint hier ein richtiger Weg, auch wenn das alles sich nicht nach einer Vereinfachung der Situation anhört.

Aber in einer Weinwelt, die sich - zum Glück - ständig weiter entwickelt, sind diese Schritte sicher notwendig. Es bleibt zu hoffen, dass neben verschiedenen klarer gefassten Definitionen zumindest nicht zu viele neu erfunden werden...

Der VDP hat mit seinem Prinzip der Großen Lagen und Ersten Lagen in Anlehnung an das Burgund eine erfreuliche klare Regelung geschaffen. Warten wir ab, wie sich die verschiedenen Bundesländer verhalten. Und lassen es für heute gut sein mit den Klassifikationen.


Mehr dazu: Die neue Klassifikation des VDP




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Guest Thursday, 19 April 2018