Madeira – Master Class in Hamburg

by in Kürzlich verkostet
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Madeira - das ist für viele im wesentlichen die Blumen-Insel, warmes Urlaubsrefugium für Senioren oder standesgemäße Sommerfrische vieler Briten. Im Vergleich zu Portwein oder Sherry fristet Madeira hierzulande ein wenig ein Dasein im Schatten. Also ergiff ich gern die Gelegenheit zur Madeira MasterClass gestern in Hamburg, zu dem das Wine Institute der Insel geladen hatte. Bereits auf der Savoir Vivre Messe hatte ich im regen Austausch mit einem Händlerkontakt einige Varianten probieren können und ich wollt mehr...

Damit ein Blog über diese Master Class nicht zu einem Roman oder Fachbuch ausartet, möchtet ich an dieser Stelle einfach mal die Neugier wecken:

Madeira ist ähnlich wie Port oder Sherry zunächst ein "aufgespriteter" Wein, oder etwas eleganter auf Englisch, ein "Fortified Wine", was besagt, das die Zugabe von Traubendestillat den Wein stabilisiert, also haltbar macht, ursprünglich für die längere Reise auf See zu den Exportmärkten im 18. Jahrhundert. Im Gegensatz zu Sherry und Port wurde  jedoch der Madeira auch "wärmebehandelt". Dies war zunächst ein Effekt der Seereise durch warme Gewässer nach unter anderem Ostindien. Man entdeckte die für diesen Wein vorteilhafte Entfaltung durch den Wärmeeinfluss, während die Fortifikation mit Destillat die Zuckerumwandlung stoppte und den Zuckergehalt im Wein hoch hielt.  Das Profitieren des Weines durch die lange Reise wurde auf Portugiesisch "Tornaviagem" genannt und zu einem Inbegriff für den Effekt auf den Madeira-Wein.

Heute werden leicht unterschiedliche Verfahren zum Erwärmen der Weine angewandt, die traditionelle ist die Lagerung im Fass (Canteiro-Methode) in den oberen Stockwerken der Fasslager über mehrere Jahre.

Der Weinbau selbst auf der Insel mit seinen Bergen und steilen Hängen ist nur sehr begrenzt auf kleinen Flächen möglich, es gibt nur ca. 500ha auf meist vulkanischen Böden, die meisten Parzellen sind winzig und die Trauben werden bis auf wenige Ausnahmen von kleinen Weinbauern mit winzigen Erträgen eingekauft.

Der Stil des Madeira ähnelt nicht einfach, wie oft vermutet, dem Portwein. Durch die Oxidation und Wärmebehandlung sowie verschiedene Rebsorten entstehen einerseits fast sherry-artige trockene Madeiras überwiegend aus der Rebsorte Sercial, halbtrockene aus Verdelho, halbsüße aus der Rebsorte Boal, und süße Vertreter aus der Malvasia. Die Charaktäre sind den genannten Resorten fest zugeordnet. Weine aus der Sorte Tinta Negra sind eher süß, aber im Ausbau flexibler auslegbar.

Es gibt zahlreiche Typen des Madeira, von denen die rebsortenreinen Weine die Rebsorte im Etikett führen. Jahrgangsweine sind ab 5 Jahren als Colheita, bei mindestens 20 Jahren und besonderer Qualität auch als Frasquera bezeichnet. Kompliziert wird es ein wenig bei Altersangaben auf dem Etikett - hier ist nicht das exakte Alter (5,10,15,20,30 oder 40 Jahre) gemeint sondern ein Stil, der diesen Jahresangaben entspricht, das Weininstitut überprüft diese Stilistik und nicht das Alter der Weine.

Bei soviel Informatin geht natürlich das Probieren über Studieren. Das sagen auch wir uns und werden Ihnen am bald auch Reisen nach Madeira anbieten, damit Sie die Weine, und die wunderschöne Insel kennen lernnen, auf der Sie noch mehr sehen können als Steillagen und Blumen. Fragen Sie uns oder abonnieren Sie unseren Newsletter!

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Guest Monday, 22 January 2018