Washington & Oregon – auf Wein-Recherche im Nordwesten der USA

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Ende Mai 2015 am Hamburg Airport: Nach einigen Wochen etwas chaotischer Planung dank unserer Partner vor Ort machen sich "Mr. Pinot", der Hamburger Sommelier und Weinhändler Chris Jans, und meine Wenigkeit auf, um den Nordwesten der USA ausgiebig auf Merlots, Cabs und vor allem Oregon Pinot Noir zu testen!
Für 10 Tage sind wir unterwegs, und haben eine Menge vor. Die erste positive Überraschung ist die Einreise am Seattle Airport: Es geht mit den Border Controll-Automaten super fix und wir sind relativ schnell an der Mietwagenstation. Schnell noch einen Wagen aussuchen und eine SIM-Card kaufen, und wir sind unterwegs.

Seattle selbst hat in der direkten Nachbarschaft bereits einige Anbauregionen zu bieten, zum Beispiel auf den vorgelagerten Inseln, und im Bereich Woodinville. Uns zieht es aber vor allem in den fernen Osten des Staates Washington. Vorbei am imposanten Mount Rainier - einem von vielen Vulkanen der Region, von denen der berüchtigte Mount St. Helens weitzer südlich nur einer ist, geht es ins Ykima Valley. Wir besuchen einige Weingüter, wie Owen Roe, das von einer Irisch-Stämmigen Familie geführt wird und schon mal eine erste Benchmark setzt. Doch es geht weiter - so viele AVAs, so wenig Zeit... 

Vorbei an den Horse Heaven Hills geht es zum Top Weingut Col Solare, ein Joint Venture zwischen Mrchese Piero Antinori und Chateau St. Michelle. Bei der Anfahrt zum imposanten Anwesen fallen gewisse architektonische Ähnlichkeiten zum kalifonischen "Opus One" auf.  Dank Chris werden wir sehr nett empfange, herum geführt und genießen ein sehr entspanntes Tasting der Spitzenweine am Kamin. Nicht dass es kalt wäre - wir sind in der steppenartigen Landschaft Ostwashingtons, und genießen einen herrlichen Blick auf die Horse Heaven Hills! 

Weiter geht es in das Mekka der Washington Wine Country: Walla Walla!  Ganz im Osten des Bundesstaates ist dies im Grunde ein Muss für jeden Weinfreund, trotz der langen Reise von Osten. Für dies werden wir aber durch die imposante Rückfahrt entlang des Columbia Rivers mit seiner "Gorge", die im Grunde aus meheren Schluchten und Tälern besteht, entschädigt. Doch vorher besuchen wir noch u.a. das Weingut North Star, wo wir unter charmanter Anleitung und anregender Diskussion unsere eigenem Cuvées aus vor allem Merlot verschiedener Sub-AVAs mit etwas CabFranc bzw. CabSauv erstellen und abfüllen. Aber "sicherheitshalber" probieren wir uns anschließend noch durch eine Reihe North Star-Weine, und bleiben begeistert und ehrfurchtsvoll beim  2011 "Premier" hängen...
Aber wir müssen weiter - schließlich müssen wir abends schon in den Winelands von Oregon sein.  OK this is no leisure trip...   ;-)

Entlang des Columbia River wechselt die Landschaft von Farmland über weite Flusslandschaften bis zur enger werden Schlucht, wo wir auch wieder auf Weingüter treffen. Hier sind Columbia Crest und viele andere namhafte Erzeuger zuhause. Auf der anderen Seite des Flusses ist Oregon, und 1-2 Weingut-Stops weiter nähern wir uns auch dem imposanten Anblick des Mount Hood, der sich jedoch hinter einem diesigem Himmel nicht so fotogen gibt wie erhofft. Immerhin.

Wir überqueren den Fluss und machen noch eine Site Inspection in einem tollen Hotel, das ich gleich für unsere kommenden Reisen in 2016 (Selbstfahrer-Reisen) und 2017 (Gruppenreise im August - gern schon mal vormerken:-)  vormerke. Doch wir müssen weiter, noch am Rande von Oregons Metropole Portland vorbei, und erreichen schließlich unser edles Wineland Hotel im Herzen des Northern Willamette Valley - hier schlägt das Pinot Noir - Herz Amerikas !  Schnell noch umziehen vor dem Dinner, und unserem ersten Pinot Tasting Abend bei leckerem Essen steht nichts mehr im Wege!

Die nächsten Tage sind gleichtzeitig Fest für Nase und Gaumen, und Qual der Wahl!  Hier tummeln sich so viele Top-Weingüter, das selbst unsere 3 Tage vor Ort nur für eine Auswahl reichen. Die haben wir aber gut getroffen. Dank Chris Jans' guten Verbindungen und gemeinsamem schwedischen Heritage werden wir von Josh Bergström auch ohne Anmeldung großartig willkommen geheissen. Großartige Wine plätschern in die Gläser, den Höhepunkt markiert ein 2001 Arvus Vineyard Pinot Noir - de ist dann Schuld daran dass wir auf der Terrasse "versacken" und ich das einzige Mal das Alkohol Limit wohl ein wenig überschreite – solche Weine spuckt mal einfach nicht aus !

Es geht weiter mit Winzer-Größen und "Rockstars" der Szene wie J. Christopher, Penner-Ashe und  Beaux Freres. Großartige, teils eigenwillige Weine mit viele Charakter!

Eine sensationelle Abwechslung vom Pinot bekommen wir bei Trisaetum Vineyards: Hier gibt es eine Überraschung - feinste Rieslinge, und zwar nicht den oft etwas zu petrolischen New-Worls Style, sondern frisch, würzig, fruchtig und knackig, so dass sich manch Rheingauer Weingut verneigen könnte!  Ein wunderbares erfrischendes Erlebnis zwischendurch. Natürlich finden wir auch ansonsten Abwechslung oder auch Ergänzungen zum Pinot Noir, so zum Beispiel in der kleinen "Willamette Cheese Company", wo leckere "Artisan Cheeses" in über 35 Varianten hergestellt werden. Dank Minibar-Kühlung schaffen es zwei davon schließlich sogar bis nach Hause...

Nach der steppenartiogen Landschaft des östlichen Washington ist Oregon wald- und wiesenreicher, leicht hügelig und erinnert mit roten Holzscheunen zuweilen an Skandinavien, wenn auch hier die Felsen fehlen. Dafür gibt es reichlich Weinberge und den Blick auch von hier auf Mount Hood - ja nach Wetter mal klarer, mal diesiger. Einen idealen Aussichtspunkt haben wir in Youngberg Hill Inn, wo zwar die Weine nicht berauschend, aber der Blick und die Hospitality sehr gut sind.

Wir machen uns auf nach Süden, denn das Willamette Valley geht bis nach Eugene. Ins noch südlicher Umpqua Valley schaffen wir es nicht, die Weine scheinen die weite Strecke nicht unbedingt zu rechtfertigen. So genießen wir einen herrlichen Abend bei langer Verkostung und Tasting Menue im noblen Kings Estate, und sehen zu wie nach einer Woche Sonne Wolken und Wind langsam einen Wetterwechsel ankündigen. Als fast letzte Besucher machen wir uns auf den Weg in unser viktorianisch anmutendes kleine Hotel. Die Gute-Nacht Musik spielen Gewitterdonner und die Sirenen der Amtrak-Züge, die durch die Stadt rollen. Vielleicht dann doch ein anderes Hotel für unsere Kunden?  mal sehen.

Auf dem Weg zur Küste passieren wir noch ein paar historische "Covered Bridges" und besuchen noch zwei Weingüter, dann geht es entlang des Siuslaw River nach Florence. Es wird regnerisch und neblig wie angekündigt, das hat zwar auch seinen Charme, jedoch verlieren sich Sehenwürdigkeiten wie Leuchttürme und Seehundfelsen großenteils in einer Nebelsuppe, die wir halt auslöffeln müssen. Es geht weiter nach Norden Richtung Newport. Dort entscheiden wir uns aufgrund des Wetters, die Küstenroute zugunsten eines Abstechers an den "Tatort" Northern Willamette Valley aufzugeben. Hier haben wir noch ein paar Weingüter auf der Liste... So zum Beispiel Adelsheim, dessen Besitzer ich bereits von Messen her kenne. Er ist zwar gerade nicht da, aber wir bekommen einen schönen Eindruck von Weingut und Weinen! 

Letzte Station unserer Reise ist wieder Seattle, wo wir in einem Partner-Hotel von Chateau St. Michelle nobel und sehr zentral untergebracht sind. Ein Bummel an der Waterfront, ein schönes Abschluss-Essen, und schon geht es wieder heimwärts. Der Jetlag ist wie erwartet hartnäckiger als auf der Hinreise, aber dafür entschädigen die vielen Eindrücke einer grandiosen Reise mit beeindruckenden Weinen und tollen Landschaften.  Nun sitze ich an der Planung für unsere Reiseangebot 2016 für Selbstfahrer und für zwei Gruppem im Sommer 2017. Stay tuned !

Die Fotos zum Blog gibt es wie immer auf unseren Facebook-Seiten!

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Guest Monday, 22 January 2018